Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und junge Geflüchtete
Schutz, Orientierung und Zukunftsperspektiven für junge Geflüchtete.
Minderjährige Geflüchtete, die ohne Sorgeberechtigte nach Deutschland kommen, bilden eine besonders schutzbedürftige Gruppe und werden nach den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention und des SGB VIII in der Kinder- und Jugendhilfe betreut. HILFE ZUR SELBSTHILFE bietet diesen jungen Menschen Hilfen z.B. in Form des betreuten Jugendwohnens (BJW) an, um sie in ihrer individuellen Lebenssituation zu unterstützen.
Psychosoziale Begleitung
Viele der jungen Menschen, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, haben traumatische Erfahrungen gemacht und sind emotional hochgradig belastet. Nach oftmals schlimmen Erlebnissen im Heimatland wie Krieg und Terror waren die jungen Menschen auf einer oft gefährlichen Flucht meist Gewalt und Ohnmachtserleben ausgesetzt. Diese Erfahrungen bewirken häufig eine emotionale Instabilität, die eine gelingende Integration in Deutschland beeinträchtigt. So werden die jungen Menschen nachts häufig von schlimmen Bildern (Intrusionen) und Alpträumen geplagt, die sich unter anderem ungünstig auf ihre Konzentrationsfähigkeit z.B. in der Schule und beim Spracherwerb auswirken. Oft fühlen sich die jungen Menschen gestresst und leiden unter ihrem für sie selbst meist unerklärlichen inneren Erleben und Verhalten. Die Befürchtung, nicht normal zu sein, führt zu Scham und kann ihr Selbstbild nachhaltig schädigen. Eine psychosoziale Begleitung, die diese Situation im Blick hat, ist aus unserer Sicht unerlässlich.
Teilweise ist es den jungen Menschen erst möglich, die belastenden Erfahrungen mit zu teilen, wenn sich das Ende der Jugendhilfe abzeichnet und sie die Erfahrung gemacht haben, dass die Belastungen nicht einfach verschwinden. Aufgrund dieser Dynamik ist es wichtig, den jungen Menschen weiterhin ein Angebot zu machen. Das neue KJSG bietet über den Paragrafen 41a/SGB VIII, eine Form der Nachbetreuung und Unterstützung an.
Betreutes Jugendwohnen für junge Erwachsene und junge Geflüchtete
Das Betreute Jugendwohnen richtet sich als Hilfeangebot an Jugendliche und junge Erwachsene ab 17/18 Jahren, die einen eigenen Lebensweg finden und umsetzen wollen. Das Angebot umfasst die Hilfeformen des Betreuten Jugendwohnens und der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung sowie flexible, am individuellen Einzelfall ausgerichtete Einzelfallhilfen.
- Das Hilfsangebot BJW richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene,
- die eine individuelle und an ihrer Lebenswelt orientierte Hilfeform benötigen
- die sich in Ablösungsprozessen befinden
- die Klärungshilfen und Krisenbegleitung benötigen
- die zeitweise von der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen waren
- die eine schulische/berufliche Perspektive entwickeln wollen
- die zu Beginn der Betreuung wohnungslos sind
- die Unterstützung in der Zusammenarbeit mit Ämtern brauchen
- die Aufenthaltsrechtliche Fragen klären müssen und dabei Orientierung und Begleitung brauchen
Die Dauer der Betreuung richtet sich nach dem Entwicklungsstand des jungen Menschen. Die jeweiligen Zielsetzungen der Betreuung werden im Informations- und Erstgespräch mit den jungen Menschen abgeklärt. Diese werden dann in einem Hilfeplan festgehalten, welcher in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt regelmäßig fortgeschrieben wird.
Kontaktadresse
Betreutes Jugendwohnen
Hilfe zur Selbsthilfe gGmbH
Kaiserstr. 31
72764 Reutlingen
- Fachbereichsleitung
- Judith Eble
- j.eble@hilfezurselbsthilfe.org
- 0157 73939479